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2. DBFL-Spieltag 2026 in Leipzig

0:1 Niederlage im Spitzenspiel gegen Marburg

Nach dem ersten Spiel in Stuttgart gegen Ingolstadt, stand mit dem Blindenfußball Bundesliga Spieltag bei Lok Leipzig für das Team des FC St. Pauli zum zweiten Mal hintereinander ein Spieltag an, an dem unser Team planmäßig nur ein Spiel bestreiten konnte.
Der 6fache Deutsche Meister Sportfreunde Blau Gelb Blista Marburg war der Gegner.

Gespielt wurde auf dem Gelände von Lok Leipzig am Bruno Plache Stadion, in einer Sporthalle mit Kunstrasen.
Obwohl Lok Leipzig aktuell kein Blindenfußball-Bundesliga-Team stellen kann, konnte die Amateursport-Abteilung von Lok den Zweiten Blindenfußball-Bundesliga-Vereinsspieltag ausrichten, da unter den Ligateilnehmern kein weiterer Verein überzeugt werden konnte einen Vereinsspieltag auszurichten.
Durch die erstmalige Meldung von insgesamt 10 Teams für die Blindenfußball Bundesliga Saison 2026, bedingt durch die Rückkehr vom Team aus Köln unter dem Schirm der FC Köln Stiftung, wurde die zusätzliche Ausrichtung eines 6. Spieltags zwingend notwendig.
Die Blindenfußball-Bundesliga-Teams konnten sich auf Leipzig als Ausrichter Standort einigen, da in Leipzig jährlich der sächsische Blindenfußball Cup ausgerichtet wird, neben dem Turnier „keep your mind wide open“ in Hamburg, das zweitälteste in Deutschland.

Kurz vor dem Auswärtsspiel der Profifußballer des FC St. Pauli gegen RB Leipzig, herrschte vor dem Anpfiff des Blindenfußball Spiels in der F.-J.-Wernze Halle eine kollegiale Stimmung.
Vier Marburger Spieler, Taimé Kuttig, Nico Rother und Alican Pektas, sowie der Torhüter Sebastian Themel, standen in der Marburger Startaufstellung.
Sie waren genauso wie die FC St. Pauli Feldspieler Natan Werner und Rasmus Narjes eine Woche zuvor noch gemeinsam mit der Deutschen Blindenfußball National Mannschaft in der Türkei zu einem Drei Länder Turnier unterwegs.
Die Spieler kennen sich gut und Natan Werner sagte sogar, dass Marburg sein Lieblingsgegner sei. 
Es war besonders erfreulich, dass sowohl auf Marburger Seite mit Alican Pektas als auch mit Rasmus Narjes auf Seiten des FC St. Pauli zwei Spieler zum Anpfiff auf dem Platz standen die, beim vergangenen Lehrgang der Nationalmannschaft noch längere verletzungsbedingte Spielpausen-Strecken einlegen mussten.
Trotz aller Sympathien füreinander entwickelte sich von Anfang an ein sehr körperbetontes Spiel. 

Bei insgesamt „nur“ neun Ligaspielen pro Saison ist es für Meisterschaftsaspiranten nicht gut zu verlieren, ganz besonders gegen Mitkonkurrenten um den Deutschen Meister Titel. Die Anspannung war im Spiel des FC St. Pauli deutlicher zu fassen, als beim Gegner aus Marburg. Beide Teams versuchten konsequent mit allen Feldspielern den Weg des Gegners in Richtung eigenes Tor zu verhindern.

Das gelang besonders dem FC St. Pauli Team in den ersten Spielminuten gut.
Taimé Kuttig, Marburgs Spielmacher, mit seiner Mischung aus maximaler Körperlich- und gleichzeitig Torgefährlichkeit dribbelte, sich immer wieder im Viererblock des FC St. Pauli fest.
Manchmal wurde er auch erst vom letzten Verteidiger das FC St. Pauli Philipp „Hippo“ Versen gestoppt.
Auf der Gegenseite vergab der FC St. Pauli in teils aussichtsreichen Positionen mehrere Torchancen.
Natan Werner hatte die größte, als er nach erfolgreichem Dribbling den Marburger Verteidigungsverbund überwinden konnte und 4m vor dem Tor den Ball nicht richtig traf, so dass Nationaltorhüter Themel keine Mühe hatte den Ball zu entschärfen.
Im paralympischen Blindenfußball auf Spitzenniveau, können ballsichere und körperlich agile Spieler, es auch mit vier Verteidigern aufnehmen.
Oft sind offensiven Spieler so schnell, dass sie in die Verteidiger hineindribbeln.
Die Bewertung einer Spielszene, zwischen Foul des Verteidigers oder Stürmerfoul des Tempodribblers, obliegt den Schiedsrichtern.
Nicht einfach.
Ein Tempodribbling vom Marburger Nationalspieler Kuttig, stoppte St. Pauli Nationalspieler Narjes, aus Sicht der Schiedsrichter mit Foul.
Die Freistoß-Position, halb rechts mit etwa 8m Tor Entfernung, behagte Kuttig schon in der Vergangenheit. Alle Warnungen und Versuche auf den erwartbaren Move hinzuweisen, blieben erfolglos.
Links kurz antäuschen, dann rechts vorbei, kurz anstoppen und kräftig auf die rechte Torseite schießen, war für Marburg erfolgreich. 

Der Ball schlug am rechten Pfosten flach im Tor ein. Kein Feldspieler und auch nicht Keeperin Svenja Bartes konnten den Einschlag verhindern. 
Der frühe Rückstand konnte trotz 100%igem Einsatz unserer Spielerinnen nicht egalisiert werden und so blieb am Ende die knappste denkbare Niederlage, das 0:1 stehen. Entsprechend riesengroße Enttäuschung verbreitet sich nach Abpfiff. Denn die Vorbereitung auf das Spitzenspiel war super. Die Chancen im Spiel für unser Team waren teils exzellent.
  Marburgs Nationaltorhüter Sebstian Themel konnte „welt-klassig“ einen Kurzdistanz Schuss von Rasmus Narjes parieren und agierte auch bei einigen anderen Szenen in der absoluten Kurzdistanz mutig und tollkühn und bewahrte sich und seinem Team die Null.

Die Erkenntnisse aus der enttäuschenden Niederlage muss unser FCSP Team erst noch herauskristallisieren. Zu tief sitzt noch der Stachel. Allerdings ist es schön, wenn junge Nachwuchsspieler positive Perspektiven und Einordnungen im Nachspiel Interview finden.

Mojtaba Safari (14): „Das Spiel war gut, obwohl wir verloren haben.
Wir konnten Marburg meist gut von unserem Tor fernhalten.
Ich bin zwar erst sehr spät eingewechselt worden, aber es hat Spaß gemacht.
Wir wollen immer noch Deutscher Meister werden.“

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