Edukation Louise Schroeder Schule
VOY! VOY! - Blindenfußball an der Louise Schroeder Schule
Am 17.03.2026 besuchte Co-Trainer des Blindenfußballteams des FC St. Pauli, Jonas Dawid, zwei Klassen der Louise Schroeder Schule.
Am Vormittag erhielten die Schüler:innen die Möglichkeit, die Sportart Blindenfußball selbst zu erleben. “Ich wusste gar nicht, wo der Ball ist, und auf einmal habe ich jemanden berührt (...). Es hat Spaß gemacht zu laufen, ohne zu wissen, wo man ist”, berichtete eine Schülerin. Doch beginnen wir von vorne: Martin Ribbat, Klassenlehrer einer der beiden Klassen, lud uns an seine Schule ein, um seinen Schüler:innen eine neue Perspektive im Sportunterricht zu ermöglichen.
Im weiteren Verlauf hatten die Schüler:innen die Möglichkeit, Fragen zu stellen und die verwendeten Materialien – wie beispielsweise den Rasselball und die Dunkelbrillen – kennenzulernen. Zu Beginn wurden sie durch Partnerübungen behutsam an das Bewegen ohne Sehen herangeführt. Diese Übungen stärkten insbesondere das Vertrauen untereinander. Auch vereinfachte Wettkampfformen sorgten dafür, dass selbst zunächst unsichere Schüler:innen zunehmend Freude entwickelten und ihre eigenen Grenzen austesten konnten.
Mit zunehmender Sicherheit im Bewegen ohne visuelle Orientierung wuchs auch die Vorfreude auf das Spiel. Dieses stellte – in vereinfachter Form durchgeführt – das Highlight der Einheit dar. Die Schüler:innen nahmen die besondere Spielsituation, den Ball nicht sehen, sondern nur hören zu können, erstaunlich schnell an und bewegten sich nach dem Anpfiff selbstständig über das Feld. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Tore fielen, die von den Mitschüler:innen lautstark bejubelt wurden. Dabei wurden sogar Jubelposen von bekannten Fußballstars wie Cristiano Ronaldo oder Kylian Mbappé nachgeahmt. “Ich hatte heute richtig viel Spaß beim Blindenfußball, weil ich auch zwei Tore schießen konnte und immer wusste, wo das Tor steht”, erzählte ein Schüler begeistert.
Am Ende blieb vor allem eines hängen: Blindenfußball bedeutet, sich auf völlig neue Weise zu orientieren, aufeinander zu vertrauen und genau hinzuhören. Was anfangs noch ungewohnt war, wurde für die Schüler:innen schnell selbstverständlich – und genau das machte den Reiz aus. Zwischen vorsichtigem Tasten, ersten Erfolgserlebnissen und laut bejubelten Toren entstand eine besondere Dynamik auf dem Feld. Die Begeisterung, die in Aussagen wie “Ich hatte richtig viel Spaß” deutlich wird, zeigte, wie intensiv diese Erfahrung wahrgenommen wurde. Ein Vormittag, der nicht nur sportlich in Erinnerung bleibt, sondern auch den Blick auf das eigene Wahrnehmen ein Stück verändert hat.
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