Eins gegen Eins Blindenfußball Miniturnier Wochenende in Hamburg
Eins gegen Eins Blindenfußball Miniturnier Wochenende in Hamburg
Am Samstag den 14.3.2026 kamen 75 begeisterte Menschen in Hamburg am BZBS
zusammen, um erstmals Eins gegen Eins Turnierspiel Wettbewerbe im Blindenfußball zu
organisieren und zu spielen.
Es traten 24 Teams, jeweils eine Spielerin und ein Guide, in vier Leistungs-Gruppen, auf
vier Spielfeldern gleichzeitig, im Modus jeder gegen jeden, an. So konnten insgesamt 82
Blindenfußball Turnierspiele an einem Tag gespielt werden. Die Vereine Hannover 96, SV Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf und FC St. Pauli sind die Heimatadressen der teilnehmenden Spielerinnen und Guides.
Von den 24 Turnier Spielerinnen hatten nur 8 Spielerinnen bereits Blindenfußballbundesliga-Erfahrung sammeln können.
Das bedeutet also, dass der Rest, 16 Spieler*innen, ein Anteil von 66% der insgesamt teilnehmenden Spielerinnen, zum ersten Mal überhaupt ein „Blindenfußball-Wettkampf-Turnier“ spielte.
Kurze Spielzeiten sind in der intensiven Spielform Eins gegen Eins auch nötig, um die
Athletinnen nicht zu überlasten, und gleichzeitig können viele Spiele in kurzer Zeit
gespielt werden.
In der Beginnerinnen Gruppe waren die Spiele 5 Minuten lang. In den drei anderen
Gruppen -Intermediate, Intermediate-Pro und Pro- dauerten die Spiele jeweils drei Minuten.
Ein reguläres Blindenfußball Spielfeld 40m x 20m, wovon es am Borgweg 17a zwei gibt,
wurden jeweils in zwei Spielfelder quer geteilt. Es wurde auf 180cm breite Mini-Tore
ohne Torwart gespielt, wobei die Mini-Tore 1m entfernt und mittig vor den Banden
standen. An den Längsseiten gab es keinen Banden. Jeweils zwei bis drei Sehende
agierten in jedem Spiel als Spielleitung bzw. als Spielleitungs-Assistenz.
Wenn junge Spielerinnen der Beginner Gruppe so viel Spaß haben, dass sie ihre eigentlichen Samstagsnachmittags Pläne über den Haufen werfen, um noch weitere Blindenfußball Spiele im Eins gegen Eins zu spielen, dann kann das getrost als Zeichen für ein gelungenes Konzept bewertet werden.
Jenny: „Beim Zuschauen der Eins gegen Eins Beginner Spiele konnte ich spüren, wie viel Spaß die hatten, ich habe Gänsehaut bekommen beim Jubel von den kleinen Spielerinnen, und In den Gruppen sind die Spielerinnen toll miteinander in Kontakt gekommen. “
Das Konzept, durch das Angebot kleiner Wettspielturniere im Modus Eins gegen Eins und auf angemessenen Leistungsniveaus, die Lust am Blindenfußball Wettkampf zu fördern, ist am Wochenende komplett aufgegangen.
Die im Vorfeld aufgetauchte Befürchtung, dass Teams ihre Turniere nicht zu Ende spielen könnten, bewahrheitete sich nicht. Sämtliche angesetzten Spiele wurden zu Ende gespielt.
Auch die Spielergebnisse im Turnierverlauf zeigten ganz gewöhnliche und fußballtypische Resultate und damit Spielverläufe an. Von den 82 Spielen endeten 4 Spiele 0:0. 21 Spiele endeten 1:0. Nur ein einziges der insgesamt 82 Spiele endete mit mehr als 5 Toren Differenz. Das spricht für Ausgewogenheit in den Turnierspielen der Gruppen.
Jede der 24 Spieler*innen konnte mindestens ein Tor erzielen.
Zwei Teams der 24 teilnehmenden Teams haben keines ihrer Spiele verloren.
Ramina als Spieler*in und Ihr Guide Adrian haben das Beginner-Turnier gewonnen.
Für die siegreichen Spielerin und Guide gab es jeweils einen eigenen Pokal.
Thoya als Spielerin mit ihrem Bruder Mats als Guide haben das Pro Turnier gewonnen.
Es ging beim Eins gegen Eins Turnier aber auch darum, sich kennen zu lernen und voneinander zu lernen.
Die zeitlich nach dem Eins gegen Eins Turnier ausgetragenen gemischten Zwei gegen Zwei Spiele am Samstagnachmittag waren ein weiteres Highlight. Ein Pro Spieler mit einem Beginner Spieler bildeten ein Mixed Team. Sowohl die Pros, als auch die Beginner, waren vom Format begeistert.
Thoya: „Am Ende haben wir Anfängerinnen und Pro gemischt gespielt. Das hat Spaß
gemacht. Die Beginner freuen sich riesig über kleine Sachen, wie einen gelungenen
Torschuss. Und die Kleinen haben uns ohne Angst angegriffen, wenn wir den Ball hatten.
Das war cool. “
Jenny: „Für mich war es im Turnier besonders drei verschiedene Guides zu haben und
sich gegenseitig in der direkten Beziehung von Spielerin und Guide gemeinsam
verbessern zu können.
“
Thoya: „Mich hat zum ersten Mal mein Bruder geguidet. Ich habe ihm vorher erklärt was
für Hinweise ich brauche. Im ersten Spiel habe ich geschaut, wie er es macht. Er sollte
einfach dauerhaft sprechen, damit ich weiß, wo das Tor ist. Dann habe ich ihn gebeten
mir den Abstand zum Tor zu nennen und zu sagen, ab wann Gegnerinnen-Druck kommt.
Und er sollte mir auch sagen, wann ich eine gute Chance habe den Ball von der
Gegnerin zurückzuerobern. Er hat durchgehend „ran da!“ geschrien und mich dauerhaft
motivierend angesprochen. Da er die ganze Zeit nur für mich zuständig war, wie das
eben nur im Eins gegen Eins Spiel möglich ist, konnte er mich sehr schön über die
gesamte Spielzeit dauerhaft pushen. “
Teilweise waren auch Eltern als Guides eingesetzt. Die sehr motiviert waren, um ihre Kinder durch Guiding zum Erfolg zu verhelfen.
Bewegung, Ehrgeiz, Siegeswille, Fairness, Kooperation und Spaß im Spiel. Viele von den
Kernelementen gelungenen Wettkampfsports waren am Eins gegen Eins Turniertag am Samstag in Hamburg mit den Händen zu greifen.
Am Sonntag waren dann die jungen Bremerinnen und Hannoveranerinnen bereits zu
Hause. Fortuna Düsseldorf und St. Pauli haben mit ihren Spielerinnen in gemischten Teams auf Pro Niveau im Modus zwei gegen zwei auf 30m mit Torhüterinnen gespielt.
Auf dem anderen Spielfeld konnten die Intermediate Spielerinnen ebenfalls in vereinsmäßig
gemischten Teams erste Spielerfahrungen im Drei gegen Drei auf 40m Spielfeld, und große Tore ohne Torhüterinnen sammeln. Dabei wurden auf allen Ebenen weitere wertvolle Erfahrungen gesammelt, die in Zukunft die Weiterentwicklung der Blindenfußball-Wettkampfebene einfacher machen und fördern wird.
Denn eins ist extrem wichtig, im paralympischen Blindenfußball genauso wie im sehenden Fußball:
Die Begeisterung von Nachwuchs Spielerinnen für den Fußballsport.
Wir Danken unseren vielen Unterstützerinnen, sowohl den helfenden Menschen, den Eltern und natürlich auch den fördernden Institutionen und Partnerinnen, ohne die so ein Turnier Wochenende nicht möglich wäre.
Es gab noch etliche feine Erkenntnisse.
Ein besonders Detail: Nachwuchs Spieler Calvin hat die Turnier Medaillen selber am 3D Drucker hergestellt.
Wir freuen uns darauf nach Düsseldorf zu reisen und dort am 28.3. und 29.3. quasi das
Rückspiel Eins gegen Eins Turnier zu spielen.
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