Impressionen vom deutschen Team bei der Blindenfußball-Europameisterschaft in Nantes

6. Juli 2009

Aktualisiert: Teamfotos des deutschen Teams bei der EM 2009 & Einlaufmusik

Abgelegt unter: Neben dem Platz — Tags:, , — Heinrich @ 15:28

So, jetzt haben wir auch endlich etwas mehr Zeit, die Fotos zu sortieren und hochzuladen. Hier schon mal zwei Team-fotos, die ihr bisher auf unseren Seiten sicherlich noch schmerzlich vermisst habt. Nun habt ihr auch die Gesichter zu unseren kleinen Geschichtchen …

Foto des deutschen Teams mit weißen Trikots (aufgenommen beim Training am 01.07.2009); hintere Reihe von links: Thilo Nowak (Physio), Heinrich Niehaus, Michael Wahl, Alexander Fangmann, Mulgheta Russom, Michael Löffler, Ringo Mosch (Co-trainer), Ulrich Pfisterer (Trainer); vordere Reihe von links: Jule Hallanzy (Guide), Rainer Engbarth, Cengiz Dinc, Moritz Klotz, Sascha Müller, Sven Schwarze, Monika Weiß (Guide)

Foto des deutschen Teams mit weißen Trikots (aufgenommen beim Training am 01.07.2009)
hintere Reihe von links: Thilo Nowak (Physio), Heinrich Niehaus, Michael Wahl, Alexander Fangmann, Mulgheta Russom, Michael Löffler, Ringo Mosch (Co-trainer), Ulrich Pfisterer (Trainer)
vordere Reihe von links: Jule Hallanzy (Guide), Rainer Engbarth, Cengiz Dinc, Moritz Klotz, Sascha Müller, Sven Schwarze, Monika Weiß (Guide)

Foto des deutschen Teams mit roten Trikots (aufgenommen vor dem Italien-Spiel am 02.07.2009); hintere Reihe von links: Thilo Nowak (Physio), Heinrich Niehaus, Michael Wahl, Alexander Fangmann, Mulgheta Russom, Michael Löffler, Ringo Mosch (Co-trainer), Ulrich Pfisterer (Trainer); vordere Reihe von links: Jule Hallanzy (Guide), Rainer Engbarth, Cengiz Dinc, Moritz Klotz, Sascha Müller, Sven Schwarze, Monika Weiß (Guide)

Foto des deutschen Teams mit roten Trikots (aufgenommen vor dem Italien-Spiel am 02.07.2009)
hintere Reihe von links: Thilo Nowak (Physio), Heinrich Niehaus, Michael Wahl, Alexander Fangmann, Mulgheta Russom, Michael Löffler, Ringo Mosch (Co-trainer), Ulrich Pfisterer (Trainer)
vordere Reihe von links: Jule Hallanzy (Guide), Rainer Engbarth, Cengiz Dinc, Moritz Klotz, Sascha Müller, Sven Schwarze, Monika Weiß (Guide)

Weitere Fotos findet ihr nun auch in den jeweiligen Spielberichten unserer Spiele, dem Ausflug zum Strand, der Eröffnungsfeier sowie des Trainings vor dem ersten Spiel.

aktualisiert am 13.07.2009:
Sehr empfehlenswert ist auch die offizielle englische Seite zur EM, auf der es Berichte zu allen Spielen und sonst noch einige Hintergrundinformationen zu den Teams und Spielstätten gibt. Hier findet ihr noch weitere Fotostrecken von uns – u.a. zu unserem Auftakttraining am 26.06.2009:
http://euro2009.blindsoccer.org/news.php?d=day26.
Klickt euch einfach mal durch …

Und hier übrigens ein Link zum Video des Songs, der bei uns vor jedem Spiel Gänsehaut produziert hat, als wir auf den Rasen gelaufen sind:

http://www.myvideo.de/watch/4340517/AMV_Project_Love_United

Es stammt vom sog. AMV Project und heißt “Love United”. Es ist der Song zur WM 2002 in Japan und Südkorea. Die Erlöse aus dem Verkauf gingen zu Gunsten diverser Anti-AIDS-Initiativen. Beteiligt daran waren u.a. diverse Fußball-Stars und der senegalesische Sänger Youssou N’Dour.

5. Juli 2009

Zum Schluss

Gestern war dann der große Tag gekommen und die beiden Finalspiele wurden ausgetragen. Der Vormittag verlief bei den meisten relativ ereignisarm. Die meisten schliefen sich (oder ihren Rausch von der kleinen Feier am Vorabend) einfach nur aus. Obwohl man die Bierbraukünste der Franzosen durchaus kritisch hinterfragen kann, schafften wir es dennoch, den Müllbehälter vor unseren Zimmern komplett mit selbigen Flaschen zu füllen. Gerüchteweise gesellte sich auch die ein oder andere Flasche roten Weintraubenprodukts dazu.

Einige von uns schauten sich vormittags noch das Finale des B2/B3-Wettkampfes zwischen Weißrussland und der Ukraine an. Das Tempo und die Technik wurde von unseren Trainern als Oberliga-Niveau eingestuft – es ging also schon sehr gut zur Sache. In einer Demonstration besigten die Weißrussen ihren Nachbarn mit 4:0, hätten aber auch ohne größere Probleme zweistellig gewinnen können.

Nach dem Mittagessen fand noch eine sehr kurze Nachbesprechung statt. Das große Händeschütteln begann bereits beim Hotel-Personal, dem wir einen Blindenfußbal mit allen Unterschriften überreichten. Auch unsere französischen Betreuer Michel und Didier erhielten zwei Präsente von uns. Als kurzes Fazit zog Uli, dass das gesteckte Ziel mit Platz 5 erreicht worden und er stoltz auf uns sei. Mit diesem Resultat verband er die Hoffnung auf noch bessere Rahmenbedingungen für den Blindenfußball in Deutschland. Wir beide fänden bspw. die Umleitung der Hauptverkehrsstraße vor dem deutschen Hotel während der Europameisterschaft schon mal als sinnvollen Anfang ;-) . Für die nächste Europameisterschaft wurde Platz 3 als Ziel ausgegeben.

Am Nachmittag fuhren wir dann geschlossen zum Stadion, um uns die beiden Finalspiele anzuschauen. In einem sehr einseitigen Match sicherte sich zunächst der Top-Favorit Spanien verdient den 3. Platz gegen die destruktiven Griechen mit 2:0. Dennoch dürfte die EM für die Iberer eine große Enttäuschung sein. Denn seit 1997 hatten sie ununterbrochen den Platz an der Sonne gebucht. Beim abendlichen Diner feierte jedoch ganz Spanien, denn das rot-gelb-rote B2/B3-Team erreichte ebenfalls den 3. Platz.

La grande final zwischen England und Frankreich fand im Anschluss statt. Auf Grund der Halbfinalspiele gingen die Engländer leicht favorisiert in diese Partie. Doch die Gastgeber hatten von Anfang an das Zepter in der Hand und übten Druck auf das englische Gehäuse aus. Star-Stürmer David Clarke kam überhaupt nicht ins Spiel und schien einen gebrauchten Tag erwischt zu haben. Er lief sich immer wieder in der französischen Defensive fest und verstolperte Ball um Ball. Die Franzosen dagegen fuhren Angriffswelle um Angriffswelle, ohne jedoch Durchschlagskraft entwickeln zu können. Diese eklatante Abschlussschwäche der Franzosen hatte sich bereits in den bisherigen Spilen als größtes Manko der ansonsten überragend spielenden Equipe Tricolore gezeigt. So ging es mit einem torlosen Remis in die Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein hochklassiges und dramatisches Spiel. Überraschenderweise ging England durch eine geschickte Freistoßvariante in Führung. Die Mauer der Franzosen stand dabei nicht optimal, so dass der Ball an der Mauer vorbei ins Torwarteck gezirkelt werden konnte.

Die Franzosen ließen sich davon jedoch nicht schocken und liefen weiterhin aufs britische Tor an. Nur wenige Minuten später fasste sich der französische Kapitän Frederic Villeroux ein Herz und marschierte übers gesamte Feld Richtung gegnerisches Tor. Mit einem fulminanten Pike-Schuss überwand er den sonst sehr sicheren englischen Keeper.

Wiederum nur wenige Minuten später erhielt England die Chance auf die erneute Führung. Auf Grund des vierten Team-Fouls wurde ihnen ein Achtmeter zugesprochen. Diesen verwandelte Gribbin clever. Sein flacher Rechtsschuss schlug unhaltbar im Gehäuse ein. Der Treffer war jedoch sehr umstritten, da der Schütze den Schuss zeitgleich mit dem Pfiff des Schiedsrichters abgab.

In der Folge tat sich die französische Angriffsmaschinerie gegen den englischen Beton jedoch schwer. Diverse Penalties wurden in gewohnter Art und Weise vergeben. Sieben Minuten vor Schluss geschah jedoch das Unglaubliche: Frankreich verwandelte einen Achtmeter knapp unter die Latte zum 2:2-Ausgleich. Nun war die Stimmung am Siedepunkt und die Zuschauer mussten ständig vom Stadionsprecher um Ruhe gebeten werden. Die Franzosen schienen jedoch an diesem Tag auch von Allah Beistand zu bekommen. Während der Ausführung eines Achtmeters begann auf einmal ein türkischer Fan, sich betend in Ekstase zu singen und ließ sich auch durch den Stadionsprecher nicht zur Räson bringen.

2 Minuten vor Schluss setzte Frederic Villeroux den Schlusspunkt dieses furiosen Spiels: der herausragende Spieler dieses Turniers düpierte die komplette Hintermannschaft der Kicker von der Insel und drosch den Ball ins linke untere Eck. Diesen knappen Vorsprung retteten die Franzosen über die Zeit. Danach kannte der Jubel logischerweise keine Grenzen. „Allez les bleu!“ schallte war bis spät in die Nacht zu hören.

Aus unserer Sicht ist Frankreich verdienter Europameister, weil das Team als Kollektiv die stärkste Leistung präsentierte und diese konstant abrufen konnte. Die Engländer enttäuschten im Finale und es rächte sich, dass ihr Spiel zu sehr auf einen einzigen Spieler zugeschnitten ist.

Von der Abschlusszeremonie wird Mike euch berichten. Fotos folgen im Laufe der nächsten Tage.

Heinrich, der froh ist, heute Abend wieder in seinem eigenen Bett schlafen zu können

4. Juli 2009

Fast zum Schluß

Abgelegt unter: Multi-Kulti, Neben dem Platz — Mike @ 12:35

Liebe Leser und Leserinnen.

Heute ist nicht viel los. Einige von uns gucken grade das finale des B2-B3 Europameisterschaftsturniers. Der rest koriert den Kater des gestrigen abends weg und hängt gut auf den Zimmern, im dunkeln ab.

Der Abend war echt schön. Ein teil von uns war in der Stadt und traf dort auf einige Mitglieder des italienischen Teams und feierte ein wenig mit denen. Der andere Teil saß vor den Zimmern auf der Wiese und feierte zusammen mit dem echt netten und hilfsbereiten Personal des Hotels zusammen. Am ende fereinigten sich die beiden Gruppen und sie blieben wohl in Restbestandteilen bis zumAufgang der sonne zusammen.

Heute gehen wir noch die spiele um Platz drei und das Finale der Blindenfußballer anschauen. Mal sehen, ob die franzosen heute aus ihrem schöneren spiel auch den Sieg herleiten können. Auf jeden fall gitb es zum ersten Mal seit 1997 einen europameister, der nicht spanien heist und somit überhaupt zum ersten Mal einen anderen europameister als spanien. Anschließend gibts noch die siegerehrung und mal sehen obs wieder so eine tolle abschlußfeier wie in Athen gibt. In Athen wurde auf dem spielfeld ein Buffet aufgebaut und wir feierten mit allen teams eine sehr schöne abschlußfeier.

Als Fazit zur EM möchte ich noch sagen, dass hier so gut wie keine Zuschauer bei den spielen waren, die nicht irgendwie etwas mit dem blindenfußball zu tun hatten und daher ohnehin anwesend sein wollten. Da gibt es echt noch viel zu tun.
Naja heute beim finale zwischen den Rivalen england und frankreich wird’s ja vielleicht besser.

Schöne Grüße von Mike, der sich nun erst wieder aus Deutschland meldet, um über die Abschlußfeier und die Rückreise zu berichten.

3. Juli 2009

Ratlosigkeit

Abgelegt unter: Neben dem Platz, Spielbeschreibung — Mike @ 20:41

Mal wieder ne Überschrift, deren sinnhaftigkeit sich grade heute, wo wir den fünften Platz mit einem Guten spiel gegen die Türkei gesichert haben nicht so richtig erschließen mag. Ratlos, bin ich, weil ich nicht so recht weiß, was ich heute schreiben soll.
Dann will ich mal vorne Anfangen, na ja fast forne, beim spiel also.
Ich weiß nun, dass ich zum Banksitzen nicht geschaffen bin, denn obs bei st. Pauli ist, wenn wir verlieren oder ausnahmsweise gewinnen, oder bei der Nationalmannschaft, bei der es uns ja zuletzt zwei mal gelungen ist, zu siegen. Mein Ding ist es nicht auf der Bank zu sitzen. Das ist für meine Nerfen einfach nicht aushaltbar, und dann haben es die jungs auch noch spannend gemacht und in der Mitte der zweiten Hälfte den Ausgleich gefangen, weiterhin machten sie es spannend in dem sie in den letzten Minuten noch zwei gefährliche Schüsse zulassen musten. Ich verspüre bei solchen Spielverläufen und bei blöden Schiedsrichter Entscheidungen immer den Impuls an die Bande treten zu müssen, und dabei breche ich mir bestimmt eines tages noch mal den großen Zeh.
Aber, ich habs ja überstanden, und das zum glück mit einem Sieg. Im Übrigen liebe St. Paulianer, ans Siegen könnten der Heinrich und ich uns gerne gewöhnen.
Ansonsten waren dann heute noch die Halbfinals von denen das eine die Engländer mit 3 :2 gewannen und das andere die franzosen mit 1 zu 0 nach Penalty-Schießen.
So, jetzt binn ich nach dem abendessen gut gesättigt und werde mir jetzt ein schönes Glas Rotwein gönnen.
Liebe grüße von Mike, der heute nicht Mehr zu berichten weiß.

Türkei – Deutschland 1:2 (0:1) – WIR SIND FÜNFTER!!!

Abgelegt unter: Spielbeschreibung — Tags:, , , , — Heinrich @ 13:59

Zu Beginn drängten uns die Türken sehr stark in unsere eigene Hälfte und hatten bereits nach 3 Minuten einen Pfostenschuss zu verzeichnen. Ab da bekam unsere Defensive die Türken immer besser in den Griff, so dass die Türken im Laufe der ersten Halbzeit kaum noch zu Torgelegenheiten kamen.

Michael Wahl gab wieder den Alleinunterhalter in vorderster Front und verbuchte zwei hochkarätige Chancen. Seine dritte Großchance nach ca. 15 Minuten verwandelte er dann eiskalt. Mulgheta Russom hatte ihm nach einem seiner unwiderstehlichen Sololäufe aus der Defensive einen super Pass zugespielt und Michael hämmerte mit einem Wahnsinns-Schuss den Ball ins rechte obere Eck. Die Türken hatten wir zu diesem Zeitpunkt sehr gut im Griff. Auch vermieden wir Fouls, weil wir unbedingt verhindern wollten, dass der gefürchtete türkische Penalty-Spezialist zum Zuge kommt. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Halbzeit.

Nach der Pause begannen die Türken mit etwas mehr Elan, jedoch stand unsere Verteidigung weiterhin sehr sicher. Nach ca. 7 Minuten erhöhte Michael Wahl dann zum 2:0. Ab nun begannen die Türken deutlich aggressiver zu spielen und erhöhten den Druck. Der Fokus lag zu diesem Zeitpunkt eher darauf, das Ergebnis zu halten.

10 Minuten vor schluss verkürzten die Türken dann auf 1:2. Einen Sechsmeter verwandelten die Südeuropäer unhaltbar für unseren Torhüter Sascha Müller.

Ab nun begann eine hektische Schlussphase mit sehr vilen Unterbrechungen und weiteren sehr gefährlichen Aktionen der türken. Bei einem Angriff 3 Minuten vor Schluss trafen sie zum zweiten Mal den Pfosten. Wir versuchten immer mehr, den Ball einfach zu halten und selbst Fouls zu provozieren. Dieses klappte auch sehr gut und so erhielt Mulgheta Russom zweimal ie Gelegenheit, vom Achtmeterpunkt zu treffen. Ein Schuss ging dabei an den Innenpfosten und einer wurde vom türkischen Keeper pariert.

Letztlich konnten wir den Sieg über die Zeit bringen. Im Anschluss wurde dann auf dem Feld gefeiert. Ab jetzt beginnt der angenehme Teil hier in Nantes. Heute Nachmittag werden wir uns die Halbfinalspiele zwischen Spanien und England sowie zwischen Frankreich und Griechenland ansehen.

Weiteres hier aus dem Lager im Laufe des Tages …

Heinrich

2. Juli 2009

Ja, ja, und nochmals ja! Wir haben gewonnen!

Abgelegt unter: Neben dem Platz, Spielbeschreibung, Teaminterna — Mike @ 21:57

Endlich! Das war eine Geburt. Ehrlich. Gestern die Absage wegen Regen und das Verschieben auf heute 12:30 Uhr. Und dann, nach dem Aufwärmen goß es erneut, wie aus französischen Weinfässern. Dann die Verschiebung auf den Nachmittag. 16:00 Uhr sollte der Anpfiff sein.
Und was geschah dann? Nein, kein Regen, aber das spiel wurde trotzdem erst um 16:30 Uhr angepfiffen, und zwar, weil das Spielfeld, zur Erinnerung, wir spielen hier auf Naturrasen, völlig auf geweicht war und die Veranstalter daher wollten, dass wir auf dem Warmmachplatz spielen. Der Aufwärmplatz wurde hier aber nicht von richtigen festen Holzbanden, wie das eigentliche Spielfeld begrenzt, sondern von Banden, die mit Luftbefüllt werden. Das ganze sah von außen aus wie eine riesige Hüpfburg. Und auf einer Hüpfburg kann man nun wirklich nicht Blindenfußball spielen, denn die Banden geben total leicht nach und sie sind auch etwas rund, sodass der Ball auch gut einwenig unter ihnen stecken bleiben kann. Na ja, nach langer und lauter Diskussion, bei der die deutschen und die italienischen Trainer noch auf derselben Seite standen ging das spiel bei gutem Wetter endlich los und dann begann die Michael Wahl Show. Aber dazu gleich von ihm selber evtl. mehr und ansonsten überlasse ich das gerne den anderen Schreibern, die die Spielberichte sehr viel besser und seriöser schreiben können als ich. Nur noch so viel: ich bekam auch meine zwei Kurzeinsätze zum ende der ersten und der zweiten Hälfte und konnte beim abpfiff auf dem Feld stehen und das war echt geil!
Soviel von Mike, der jetzt die Tastatur an Michael weiter reicht, was er sehr gerne tut.

Zu Beginn möchte ich erst einmal erwähnen, dass wir nicht nur einen, nein sogar den ersten Sieg einer deutschen Blindenfußballnationalmannschaft geholt haben. Darüber hinaus gab es zwei Debüts: Rainer Engbarth und Heinrich Niehaus haben die internationale Fußballbühne betreten. Heinrichs Debüt wurde mit einem Pokal von der charmanten Hauptschiedsrichterin versüßt. Diese erkannte dann gleich viermal auf Tor für die Equipe allemande. Dreimal davon ließ mein Fuß es sich nicht nehmen der Auslöser zu sein. Cengiz Dinc besorgte dann noch das 4:0. Unser Klotz im Tor wechselte während der Partie die Trikotfarbe und spielte in den Farben von St. Pauli. Die spontane Metamorphose war den matschigen Platzverhältnissen geschuldet. Dreckig und glücklich fielen sich die Spieler nach Abpfiff in die Arme. Alle waren ein Teil des Ganzen und das Ganze fühlt sich wirklich gut an!
Morgen können wir gegen die Türkei einen wirklich guten fünften Platz klar machen. Heute Abend würde ich gern schon ein bisschen feiern, und psst, ich tu es auch schon. Ihr wisst ja: vor dem Spiel ist nach dem Spiel und die Zeitfenster gilt es kunstvoll zu füllen.
Also á votre santé und drückt uns die Daumen.

im vierten Anlauf: Deutschland – Italien 4:0 (4:0)

Abgelegt unter: Spielbeschreibung — Tags:, , , , , — Heinrich @ 19:27

Nachdem auch der dritte Anstoßtermin (heute um 16:00 Uhr) erneut um eine halbe Stunde nach hinten verschoben wurde, weil das Spielfeld noch weiter abtrocknen sollte, ging es um 16:30 Uhr endlich los.

Deutsche und italienische Startformation bei den Hymnen

Deutsche und italienische Startformation bei den Hymnen

Wir starteten furios und hatten gleich in den ersten Minuten zwei hochkarätige Chancen durch Michael Wahl und Alexander Fangmann. Doch beide Schüsse gingen äußerst knapp vorbei. Da zeichnete sich aber schon ab, dass wir die Italiener voll im Griff hatten.

Nach 7 Minuten platzte dann endlich der Knoten. Michael Wahl traf aus zentraler Position einen Schuss voll und der Ball ging über den Torhüter hinweg an die Unterkante der Latte und von dort aus ins Tor. Der Jubel kannte keine Grenzen.

Wenige Minuten später kam es noch besser: nach einem Pass von Mulgheta Russom an die linke Bande sprang der Ball zurück ins Feld. Michael Wahl reagierte am schnellsten, schnappte sich den Ball, drehte sich in seiner unnachahmlichen Art, wie er es auch in der Liga schon bewiesen hat, um die italienischen Defensivspieler und zog aus sechs Metern ab. Damit stand es bereits 2:0.

Der dritte Treffer gelang Cengiz Dinc. Nach einer schulbuchmäßig vorgetragenen Halbmond-Ecke düpierte er die Abwehrspieler und schloss mit links ins rechte untere Eck ab.

Wieder nur wenige Minuten später traf Michael Wahl zum dritten Mal und sorgte so für die komfortable Führung. Alle vier Tore fielen in sehr kurzer Abfolge innerhalb von nur ca. 10 Minuten.

Durch die hohe Führung gab Trainer Ulrich Pfisterer seinen Leistungsträgern eine Pause. Dis ermöglichte Rainer Engbarth in der ersten Halbzeit sein Debüt für das deutsche Nationalteam. Auch Mike erhielt einige Minuten Spielzeit und somit seinen ersten Einsatz bei dieser EM.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit agierten die Italiener deutlich offensiver und kamen mit drei Spielern vors deutsche Tor. So konnten sich unsere Defensivspieler oft nur mit Fouls behelfen, was zur Folge hatte, dass Mulgheta zu Mitte der zweiten Halbzeit mit fünf persönlichen Fouls das Feld verlassen musste. Er wurde durch Sven ersetzt. In dieser Phase konnte sich Torhüter Moritz Klotz, der diesmal das gesamte Spiel absolvierte, durch mehrere gute Paraden und einige gehaltene Achtmeter auszeichnen. Der Fokus lag in der zweiten Halbzeit eher auf Ergebnisverwaltung, wodurch wir kaum noch Torchancen hatten.

Fünf Minuten vor Schluss war es dann endlich so weit und ich durfte auch das erste Mal auflaufen. Ich sollte vorne als Stoßstürmer anstelle von Michael Wahl für Unruhe sorgen. Es war jedoch sehr schwer, in der kurzen Zeit richtig ins Spiel zu kommen.
Auf einmal pfiff die Schiedsrichterin Achtmeter für uns und es hieß, dass ich diesen ausführen sollte. Unsere etatmäßigen Schützen waren zu diesem Zeitpunkt nicht auf dem Feld. Ich war aber auch im Training nie dafür vorgesehen. Tja, über das Resultat brauchen wir nicht groß Worte zu verlieren. Ich traf den Ball nicht richtig, wodurch der Ball kläglichst links am Tor vorbeikullerte. Am Ende wurde mir sogar die Fair Play-Trophäe verliehen. Warum mir dieses widerfuhr, ist mir jedoch bisher noch nicht ganz klar. Jedenfalls musste ich mich dann noch mit einigen Offiziellen fürs Foto aufstellen und nett in die Kamera grinsen.

Tja, die Stimmung war natürlich sehr gut. Schließlich haben wir Historisches vollbracht und nach drei Jahren den ersten Sieg einer deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft eingefahren. Lange darüber freuen können wir uns allerdings nicht, weil morgen früh um 11 Uhr bereits das Spiel um Platz fünf gegen die Türkei ansteht. Danach kann dann ein Fazit gezogen werden.

So viel erst mal …

Update:
Mittlerweile habe ich erfahren, dass ich die Fairplay-Trophäe wohl auf Grund der Tatsache erhalten habe, dass es mein erstes internationales Spiel war. Naja, ist ja letztlich auch zweitrangig – jedenfalls habe ich so jetzt ein schönes Andenken an mein erstes Spiel und einen schönen Staubfänger für mein aktuell noch relativ leeres Regal meiner neuen Wohnung in Oldenburg ;-) .

Heinrich, für den der Sieg heute irgendwie irreal vorkam, weil er für St. Pauli keine Siege und erst recht keine hohen Siege gewohnt ist

Deutschland – Italien – erneut wegen Regens verschoben

Abgelegt unter: Spielbeschreibung — Tags:, , — Heinrich @ 13:57

Eine halbe Stunde vor der neuen Anstoßzeit heute um 12:30 Uhr begann es wieder stark zu regnen. Daher wurde der Anstoß erneut auf heute Nachmittag um 16:00 Uhr verschoben. Da es aktuell aber immer noch regnet, ist fraglich, ob das Spiel dann angepfiffen werden kann. Wir werden auf jeden Fall zum Platz fahren und schauen, was geschieht.

1. Juli 2009

Ich bin ganz alleine schuld

Abgelegt unter: Neben dem Platz, Teaminterna — Mike @ 20:42

So, so, das hat man dann letztendlich davon, oder um halt genau zu sein, nichts hat man da von. Wir sind dann nun also vor knapp einer Woche in Hamburg aufgebrochen und haben
14 Stunden in zügen
auf der Fahrt nach Süden
zugebracht und dann, war das Wetter super bis heute 17:05 Uhr. Und dann, gab’s das, was es angeblich ja nur in Hamburg gibt, nämlich das sprichwörtliche hamburger Wetter. Es Regnete waagerecht wie aus Kübeln. Und dann, ja dann war alles umsonst gewesen.
- dass Ringo einen Eiskübel zum Feldgeschlept hatte, damit wir die von uns angeschlepten Gesichtstücher aus dem Hotel in den Spielunterbrechungen eintunken und auf unsere heißgelaufenen Köpfe legen sollten.
- dass Tilo meinen Fuß getaped hatte, mit dem scheiß tape, bei dem man hinter her erst das Gewebe und dann die „Klebe“ vom Fuß lösen muß.
- Sinnlos war dann auch das vormittägliche hitzetraining, das eigendlich sehr Gut war, und in dem es mir richtig spaß machte mit Sven zusammen die italienische Abwehrkette zu simolieren.
- Und ja, letzten Endes war sogar das Aufstehen ansich nutzlos geworden.

Nun denn, das Spiel wird morgen um 12:30 Uhr nachgeholt. Und deshalb mache ich jetzt schluß mit dem getexel und bitte meine lieblings Kolegin, mir doch zu schreiben, wie der Film heist, der mit dem Lehrer der in den Süden Frankreichs versetzt werden will und im verregneten Nantes landete. Ich erzählte jedenfalls gestern von diesem Film und was geschah es Regnete in Nantes, genau wie es das in jenem Film, dessen Titel mir nicht mehr geläufig ist,angeblich immer tut.

Liebe Grüße an alle von Mike, der nie mehr unken will.

Deutschland – Italien – verschoben auf morgen 12:30 Uhr

Abgelegt unter: Spielbeschreibung — Tags:, , — Heinrich @ 18:45

Pünktlich zu den Hymnen öffnete der Himmel seine Schleusen und es ging ein sehr starker Gewitterregen herunter. Da ein Spiel heute damit unmöglich war, wurde dieses auf morgen Mittag um 12:30 Uhr verschoben.

Ein ausführlicherer Beitrag folgt im Laufe des Abends …

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